baby dreams

Gestern habe ich bei Zeit-Online einen Satz gefunden, der mich noch lange beschäftigte: „Ein Kind ist geboren, wenn es das erste Mal gedacht wird“. In dem Artikel ging es um ungewollte Kinderlosigkeit und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Tabu.

Ich bin ziemlich überraschend mit 22 Jahren Mutter geworden und dann noch einmal geplant mit 27. Meine beiden Söhne sind mein großes Glück und ich lerne seit ein paar Jahren, langsam wieder loszulassen (denn mit fast 20 und 25 sind sie keine Kinder mehr, sondern Männer).

Dennoch musste ich gestern daran denken, wie es sich für mich anfühlte, als vor sieben Jahren der Traum von einer dritten Schwangerschaft schnell ausgeträumt war. Ich erlitt innerhalb des ersten Trimesters eine Fehlgeburt, die mich noch lange beschäftigte. Dieses Kind war schon „gedacht“, also existierte es bereits zweimal. In meinem Kopf und in meinem Bauch. Jede Frau, die eine Fehlgeburt erlitten hat, wird verstehen, was ich meine.

Zum Glück habe ich zwei leibliche Söhne und auch noch die Tochter meines Mannes. Und ich habe das riesige Glück, seit vier Monaten eine entzückende kleine Großnichte zu kennen, die regelmäßig Zeit mit mir verbringen darf und die zu meinem Patenkind wird. Ein Baby in der engeren Familie und dann auch noch ein kleines Mädchen… ein Traum!

 

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Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, unfruchtbar zu sein. Auch wenn ich meinen Schmerz von damals mit der Tatsache multipliziere, noch nie seine Nase in so einen süßen, wohlriechenden Hals vergraben zu haben und noch nie nachts von einem kaum hörbaren kleinen Schlafseufzer geweckt worden zu sein, kann ich es mir immer noch nicht vorstellen.

Deshalb möchte ich allen, die sich bei diesem Thema angesprochen fühlen und die schon ein Kind „gedacht“ haben aber (noch) nicht schwanger geworden sind, den Rat geben, nicht zu lange zu warten. Geht zum Arzt, sucht Kinderwunschkliniken auf und nutzt die Zeit. Ist der Wunsch groß und die ersten Maßnahmen bringen keinen Erfolg, zieht auch Alternativen in Betracht, zum Beispiel Spezialisten der Reproduktionsmedizin.

 

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Kann man ohne Kinder glücklich sein? Auf jeden Fall! Kann man sich mit der Tatsache abfinden, niemals Nachwuchs zu bekommen, da es auf natürlichem Wege nicht klappt? Auch das ist möglich! Aber muss dies sein? Eindeutig NEIN! Es gibt Wege und die kann man bis zum Ende beschreiten.

Keine Frau sollte ungewollt kinderlos sein, nur weil sie die Möglichkeiten und Alternativen nicht kennt. Und nun vorfreue ich mich auf das nächste Mal mit dem kleinen Schatz. Erst vier Monate, aber schon sooooo süß!

 

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4 Antworten auf „baby dreams“

  1. Bei mir hat es auch länger als geplant gedauert und ich bin so froh, dass es noch halbwegs natürlich geklappt hat. 😉 In der Familie ist das aber nicht bei allen Frauen so und wir sind fast einstimmig dafür, auch weitere Hilfen anzunehmen. Das sollte kein Tabutema bleiben, wenns natürlich nicht klappt.

  2. Ich bin ungewollt und ohne ersichtlichen medizinischen Grund kinderlos. Ja, das ist ein Tabu-Thema das man aber auch nicht jedem besprechen will – ich zumindest.

    Aber: Man muss es auch akzeptieren, dass jedes Paar seinen eigenen Weg geht. Wir haben z.B. beschlossen, dass nach einer Bauchspiegelung Schluß ist und wir keine künstliche Befruchtung o.ä. probieren werden.
    Bei Deinem Post fehlt mir ein wenig das Verständnis dafür. Unfruchtbarkeit ist keine Standard-Diagnose mit bekanntem Problem, daher gibt es auch keine allgemeingültige Lösung – leider.

    1. Ich habe großen Respekt vor deiner/eurer Entscheidung und bin wie du der Meinung, dass jede Frau ganz alleine entscheidet, wie weit sie gehen möchte. Für diese Entscheidung ist es aber wichtig, dass man alle Alternativen kennt. Aurora, danke für deine offenen Worte.

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