sei nicht so hart zu dir selbst

Als ich vor ein paar Wochen ins Tauschkonzert bei VOX reinzappte und Yvonne Catterfeld gerade den Song „Hey“ performte, gab es nicht nur bei Andreas Bourani feuchte Augen. Einen Moment lang fühlte ich ich mich direkt angesprochen.

In den letzten Jahren habe ich viel dafür getan, von einem komplett fremdbestimmten Dasein in ein selbstbestimmtes Leben zu wechseln. Ich habe die Sekte verlassen, in die ich hineingeboren wurde und dadurch den Kontakt zu vielen geliebten Menschen verloren. Ich überstand vermeintlich chronische Krankheiten und habe schwere Schicksalsschläge verkraftet. Ich gab die Bequemlichkeit und Sicherheit einer Festanstellung auf und wagte den Schritt in die Selbständigkeit.

Und trotzdem habe ich nie den Glauben an das Positive im Leben verloren, kann mich immer wieder selbst motivieren und denke liebevoll an das Gute in meinem Gegenüber. Meine Erfahrungen haben mir geholfen, noch mehr Mitgefühl zu entwickeln und man kann sagen: ich führe ein glückliches Leben. Aber… da ist immer noch Luft nach oben!

 

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Was mich an manchen Tage davon abhält, komplett mit mir im Reinen zu sein, ist eine Art… Optimierungsanspruch mir selbst gegenüber. Alles muss noch schneller, besser, effizienter und gründlicher erledigt werden. Andere schaffen das doch auch, Stillstand ist Rückschritt, das können wir doch noch besser! Puh… wie anstrengend.

Dazu kommt noch die leise (und manchmal auch etwas lautere) Stimme meiner Selbstzweifel, die sagt: es ist nicht genug, es reicht noch nicht, die anderen haben Recht, wenn sie dich kritisieren oder belächeln oder sich dir gegenüber respektlos verhalten.

Wer kann daran etwas ändern?

Ich.

Ich kann lernen, Rücksicht auf mich nehmen, wie ich es für einen Freund oder eine Freundin tun würde.

Wenn mir eine Freundin solch eine Lebensgeschichte erzählen würde, dann wäre mein erster Impuls, sie ganz fest in den Arm zu nehmen, ihr jede Menge Kuschelkissen in den Rücken zu stopfen und ein Heißgetränk ihrer Wahl in die Hand zu drücken. Und ihr dann sagen: „Entspann‘ dich, ruh‘ dich aus, nimm‘ dir so viel Zeit, wie du brauchst! Du bist großartig und hast so viel geschafft, ich bin sehr stolz auf dich!“

Rücksichtnahme bedeutet, dass ich meine eigenen Bedürfnisse berücksichtige. Ein anstrengender Weg liegt hinter mir, da brauche ich meine Kraft manchmal ganz alleine für mich und muss NEIN sagen, wenn Forderungen an mich gestellt werden. Auch wenn ich es am liebsten harmonisch mag und ungern andere vor den Kopf stoße. Aber: was habe ich zu geben, wenn ich nicht auf mich achte und schwach und antriebslos bin? Gar nichts.

Ich glaube fest daran, dass das Beste immer noch vor uns in der Zukunft liegt, egal in welchem Alter wir uns befinden. Denn wir lernen und entwickeln uns weiter, machen unsere Erfahrungen und kommen unserem eigentlichen Auftrag, die beste Version unserer selbst zu sein und ohne Ausnahme, ohne Einschränkungen alles liebevoll zu betrachten immer näher.

 

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Nehmen wir doch alle etwas mehr Rücksicht auf unsere eigene Natur. Pausenlos beschäftigt und für andere da zu sein ist keine Tugend. Oftmals übertönen wir dadurch nur unsere eigene innere Stimme, die sagen möchte: „Hey, sei nicht so hart zu dir selbst. Da gibt es noch Bereiche in dir, die möchten gehört werden.“

Überhör‘ sie bitte nicht, denn Gefühle möchten gefühlt werden, auch die negativen. Vieles kann man erst in der Ruhe und Stille bemerken. Erst dann, wenn wir anerkennen, dass sie da sind und zulassen, dass wir sie fühlen, können sie sich auflösen und gehen.

Sei‘ dir selbst ein guter Freund und nimm‘ dich wichtig, erst dann kannst du es auch für andere sein.

Von Herzen, missmenke ♥

Ilse Maria Lechner hat auf ihrer Website Entfaltungsparadies zu einer ganz besonderen Blogparade aufgerufen (verschiedene Autoren veröffentlichen Artikel zu einem bestimmten Thema), denn es dreht sich bei ihr in dieser Woche alles um das Thema Rücksichtnahme. Dies ist mein Beitrag dazu und es ist mir wichtig, dass wir sehr rücksichtsvoll mit uns selber umgehen.

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5 Antworten auf „sei nicht so hart zu dir selbst“

  1. Liebe missmenke,

    danke für diesen Beitrag zu meiner Blogparade. Ich finde es sehr schön, dass sich der erste Beitrag (ja tatsächlich, du warst die erste!) mit der Rücksichtnahme sich selbst gebenüber beschäftigt.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass echte Rücksichtnahme auf andere nur möglich ist, wenn wir zu aller erst uns selbst gegenüber liebevoll und rücksichtsvoll sind.
    Danke!
    Ilse

  2. Pingback: Tages-Gedanken

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